Grundlegendes

In letzter Zeit hat  sich die Zahl hustender Pferde stark erhöht. Warum und weshalb darüber kann man streiten.

Fakt ist:  Erkrankungen der Atemwege sind neben Lahmheiten der Problemkomplex Nr. 1 der „zivilisierten“ Pferde.

Ob mangelnde Sorgfalt beim Produzieren und Einlagern von Raufutter (früher wäre man nicht auf die Idee gekommen Heu auf dem Feld unter Fleece oder Planen zu lagern), durch belastende Umwelteinflüsse (Allergien nehmen ja auch bei Menschen stetig zu) oder einfach „nur“ ein verschleppter Infekt, „Husten“ bedeutet leider oft langwierige, teure, tierärztliche Behandlungen und ist trotz aller Anstrengungen oft nicht in den Griff zu bekommen.

Am Ende bleibt leider meist ein chronisch krankes Pferd zurück, die hohe Zahl an betroffenen Pferden mit Langzeitschäden bestätigen diese These leider.

Ein paar Daten zur Pferdelunge:

Das Pferd als Lauf- und Fluchttier hat einen enorm leistungsfähigen Atmungsapparat:

Die gesamte Oberfläche der Lungenbläschen, auf deren Ebene der Gasaustausch (Sauerstoff gegen Kohlendioxyd) stattfindet, ist etwa so groß wie zehn Tennisplätze.

Das gesamte Lungenvolumen eines 500 Kilo schweren Pferdes beträgt etwa 40 Liter (beim Menschen durchschnittlich 3,5 Liter).

Das Atemzugsvolumen eines 500kg schweren Pferdes beträgt in Ruhe etwa 6–7l und erhöht sich im Renngalopp auf 12–15 l. In Ruhe werden 60–70l Luft pro Minute geatmet, das entspricht etwa 100m3 pro Tag.

Man kann sich gut vorstellen, dass mit diesem riesigen Luftbedarf auch große Mengen an Feinstaubpartikeln, vor allem an organischem Staub, eingeatmet werden, die nachteilige Konsequenzen für die Lungenfunktion haben können.

Besonders Pferde die täglich fast 23 Stunden im Stall verbleiben, sind vielen Schadstoffen ausgesetzt, die in ihrer ursprünglichen natürlichen Umgebung nicht in diesem Umfang vorkommen.

Gut, dass diese Haltungsform immer weiter abnimmt und immer mehr Ställe auf Offenstall und Paddockboxen umstellen.